Hovs hallar
3 km anspruchsvolle Wanderung mit einem Höhenunterschied von 70
m. Das Naturschutzgebiet Hovs hallar ist eine der Hauptattraktionen
auf der Halbinsel Bjärehalvön, die Sie sich nicht entgehen lassen
sollten. Hier trifft der Bergrücken Hallandsåsen auf das Meer
und bildet eine dramatische Landschaft aus hohen, zerfurchten
Klippen, Rauksteinen, Geröllfeldern und höhlenähnlichen Formationen.
Die Aussicht auf die Bucht von Laholm ist einfach umwerfend. Aber
Vorsicht: Lassen Sie sich beim Wandern nicht zu sehr ablenken:
der Boden ist in der Regel steinig und die Steilküste vielerorts
erschreckend nah. In der Landschaft oberhalb der Klippen, in der
Wacholderbüsche und kleine Haine wachsen, lässt es sich leichter
gehen. Dank der unterschiedlichen Bodenarten ist die Flora sehr
vielfältig. Halten Sie zum Beispiel nach dem seltenen Baltischen
Enzian Ausschau, er wächst auf einem Plateau im östlichen Teil
des Gebiets. Archäologische Funde zeigen, dass hier schon in vorgeschichtlicher
Zeit Menschen angesiedelt waren. Die meisten Klippenformationen
haben eigene Namen, und hinter ihnen verbergen sich nicht selten
spannende Geschichten, die von Schmugglern oder auch von Filmdrehorten
unserer Zeit berichten. Das Gebiet um Hovs hallar ist Naturreservat.
Flora
Die Steilküste ist durch eine reichhaltige Pflanzenwelt gekennzeichnet.
Hier wechseln sich Schlehdorn- und Hagebuttensträucher mit duftenden
Waldgeißblattpflanzen und verschiedenen Farnarten wie dem Nordischen
Streifenfarn und dem Zerbrechlichen Blasenfarn ab. Auf der Ebene
oberhalb der Steilküste dominieren Wacholderbüsche, es kommen
aber auch schwedische Mehlbeerbäume, Ebereschen, Birken und Brombeersträucher
vor.
Bei den niedrigen Pflanzen dominieren Heidekraut, Rot-Straußgras,
Draht-Schmiele, Schafschwingel und auf feuchteren Böden Borstgras.
Ferner gibt es Flächen mit Beständen, die beweidet werden müssen.
Hier wächst neben Dreizahn, Frühlingssegge und der Sparrigen Binse
auch Feldthymian, die Gewöhnliche Kreuzblume und das Gewöhnliches
Katzenpfötchen. Der kalkreiche Kiesboden auf dem östlichen Plateau
sorgt für eine große Artenvielfalt. Hier wachsen Golddistel, Steifer
Augentrost, Zittergras, Wiesen-Kammgras, Purgier-Lein und nicht
zuletzt der im August blühende Baltische Enzian. Unten an den Geröllfeldern
sind Meerkohl, Geruchlose Kamille und Schottischer Liebstöckl zu
finden.
Fauna
Das Gebiet zeichnet sich durch einen großen Vogelbestand mit zahlreichen
Enten- und Möwenarten aus. Während der Brutzeit sind hier viele
Eiderenten, Brandenten, Silbermöwen, Mantelmöwen, Sturmmöwen,
Lachmöwen und Austernfischer vertreten. Nachdem der Rabe hier
einige Jahre lang nicht mehr zu sehen war, ist sein charakteristisches
Krächzen jetzt wieder über Hovs hallar zu hören. Im Winter sind
die Chancen groß, Raubvögel wie Bussarde oder mit ein bisschen
Glück auch einen Seeadler zu sehen, der auf der Jagd nach Beutetieren
seine Kreise zieht. Auch der Strandpieper zeigt sich zuweilen
den Besuchern des Naturreservats. Im Herbst ist Hovs hallar berühmt
für seine atlantischen Meeresvögel wie Basstölpel, Puffinus,
Sturmtaucher und verschiedene Falkenarten. Vergessen Sie nicht,
Proviant mit auf Ihre Tour zu nehmen!
Geologie
Hovs hallar ist voller geologischer Besonderheiten. Nicht umsonst
bedeutet das Wort Hallar ursprünglich „kahler Fels“. Hier können
Sie regelrecht in den Bergrücken Hallandsåsen hineinsehen. Sein
Inneres besteht aus rotem Amphibol-Gneis. Sowohl Gneis als auch
Amphibolit wurden vor ca. 1,8 Milliarden Jahren gebildet. Mit
anderen Worten haben wir es hier mit Urgestein zu tun. Der Fels
ist stark zerfurcht – eine Folge der großen Kontinentalverschiebungen,
die die Landschaft vor ca. 230 Millionen Jahren gänzlich veränderten.
Damals wurde der Hallandsåsen nach oben gedrückt, um einen über
das umgebende Flachland hinausragenden Bergrücken zu bilden.
Er wurde dabei fast zertrümmert, vor allem an den Rändern, wo
er an die umgebenden Felsmassen stieß. Tiefer im Berg bildeten
sich Risse, die so groß und breit waren, dass schwarzes Magma,
Diabas, aus dem Erdinneren austreten konnte. Die entstandenen
Diabasgänge lassen sich noch heute gut erkennen. Die danach einsetzende
Erosion ließ die Landschaft verwittern. Bei der letzten Eiszeit
vor ca. 14.000 Jahren war das Land in dieser Gegend von Eis bedeckt
und nur kleinere Partien ragten über eine Höhe von ca. +60 m
über den Meeresspiegel heraus (höchste Küstenlinie). Als die
schweren Eismassen zu schmelzen begannen, hob sich das Land Schritt
für Schritt aus dem Meer. Teilweise stieg dabei auch der Meeresspiegel
an, sodass die Brandung bestimmte Bereiche (+35 m) intensiver
bearbeiten konnte. Am deutlichsten ist die Strandlinie zu sehen,
die ca. 10 über dem Meeresspiegel liegt. Auf und oberhalb dieser
Höhe finden sich zahlreiche schöne Beispiele für die erodierende
Kraft des Meeres, z.B. die Rauksteine, die auch heute noch zu
sehen sind.
Vorgeschichte
Auf den Höhen und an den Hängen zur Steilküste hin hat man prähistorische
Felder mit Terrassierungen und Steinansammlungen gefunden, was
beweist, dass hier schon während der Bronze- und Eisenzeit (ca.
1800 v.Chr. bis 1050 n.Chr.) Menschen angesiedelt waren und in
gewissem Umfang Ackerbau betrieben. Typisch für diese Gegend
war und ist heute noch die Viehzucht, und so manche Weide in
Hovs hallar wird schon seit langer Zeit, vielleicht schon seit
der Bronzezeit, als solche genutzt. Der anschaulichste archäologische
Fund dieser Gegend ist die Grabstätte Kampehöj. Sie stammt mit
allergrößter Wahrscheinlichkeit aus der Bronzezeit, wurde aber
eventuell bis in die Eisenzeit hinein genutzt. Leider wurde das
Grab im Laufe der Zeit beschädigt, u.a. durch einen Schutzwall,
der entlang der einen Seite errichtet wurde.
Geschichte
Ganz im Osten des Naturreservats liegt das Geröllfeld Smyeslätt.
Hier finden sich über 280 sogenannte Gistgårdsrösen – kleine
Steinansammlungen, die einstmals die Pfähle abstützten, an denen
die Fischer ihre Fischernetze aufhängten. Außerdem ist man hier
auf Spuren provisorischer Siedlungen gestoßen, sog. Tomtningar.
All diese Funde stammen möglicherweise aus dem Mittelalter, als
es hier große Heringsbestände gab, sie können aber auch späteren
Datums sein. Im Gebiet um Hovs hallar wurde in den vergangenen
200 Jahren Stein gebrochen und Mergel abgebaut. Besonders faszinierend
sind die zahlreichen Namen der unterschiedlichen Klippenformationen
und die Geschichte, die sich hinter ihnen verbirgt. Ein höhlenähnliches
Loch im Fels heißt beispielsweise Sillpickarhålet oder Solpickarhålet.
Der Legende nach wurde hier nach Silber gegraben, als Skåne noch
zu Dänemark gehörte.
Wegbeschreibung
Fahren Sie von Båstad kommend 8 km auf der Landstraße 115 in Richtung
Torekov. Fahren Sie weiter durch Hov und dann nach Ängalag, dem
nächsten Dorf. Hier biegen Sie nach rechts Richtung Hovs hallar
ab. Bleiben Sie auf dieser Straße, bis sie nach ca. 3,5 km endet.
Dort finden Sie den großen Parkplatz von Hovs hallar.